Stopover
Montag, 14. Dezember 2009 | Autor: Andreas
Um 6.45 Uhr Ortszeit sind wie heute nach knapp 12 Stunden Flug in Kuala Lumpur gelandet. Da wir damit ein paar Minuten vor der Zeit waren, hat der Pilot entweder eine Abkürzung gefunden oder der fast permanent angezeigte Rückenwind hat dazu beigetragen, dass wir schneller waren. Als letzte Information des Fluges gab der Pilot uns noch die aktuelle Wetterlage mit auf den Weg: 26 °C morgens um 7 Uhr. Zum Thema Luftfeuchtigkeit schwieg er sich aber aus.
Auf dem Flughafen wurden wir freundlich von einer Beamtin der Einwanderungsbehörde empfangen und auch schnell ins Land gelassen. So haben wir uns dann auch auf direktem Weg zu den “Twin Towers” gemacht. Die Anreise wurde von einem ebenfalls sehr freundlichen Taxifahrer ganz ansprechend gestaltet. Er hat uns dies und das über die an der Strecke liegenden Sehenswürdigkeiten erzählt. Zum Ende der Fahrt rückte er dann mit dem Grund seiner Redseeligkeit heraus: Er hat die Nacht vorher nur 3 Stunden geschlafen und versucht sich mit den Geschichten wach zu halten. Super
Aber er hats geschafft.
Schon im Flugzeug hatten wir von Mitreisenden erfahren, dass die Besucherplattform der Petronas Towers an Montagen nicht geöffnet hat. Da uns eigentlich die Aussicht gar nicht so interessiert hat, hat uns das nichts ausgemacht und wir sind trotzdem hingefahren. Zunächst haben wir Zuflucht vor den inzwischen bestimmt 30 °C und gefühlten 85% Luftfeuchtigkeit in der großen Shopping-Mall des Geländes gesucht.
Das Einkaufszentrum unter den Türmen ist riesig. Neben bekannten Markenshops findet man aktuell vor allem Weihnachtsdeko bis zum Abwinken. Noch unter den Eindrücken des Wetters draußen kann man mit den Weihnachtssachen irgendwie gar nichts anfangen.

Nach einem ordentlichen Frühstück haben wir uns auf die erste Erkundungstour durch den Park gemacht. Diese haben wir nach ca. 45 Minuten wieder im Einkaufszentrum beendet, um uns abzukühlen. Anschließend haben wir dann noch eine zweite Tour durch den Rest des Parks gemacht. Das Gelände und die Türme selbst sind schon sehr faszinierend. Sehr schön ist, dass, obwohl die Türma ja auf die optimale Nutzung der Grundstücksfläche ausgelegt sind, neben den Türmen ein recht verschwenderisch großer Park angelegt ist. Dadurch hat man abgesehen von ein paar Bäumen und Palmen einen freien Blick auf das Gebäude.

Wir haben uns dann irgendwann wieder auf den Rückweg zum Flughafen gemacht, um entspannt und rechtzeitig dort anzukommen. Doch damit fing das Abenteuer erst an: Wir bestiegen ein uns zugewiesenes Taxi und wurden uns mit dem Fahrer schnell über den Preis für die Fahrt einig. Diese Geschwindigkeit der Verhandlung hat den Fahrer anscheinend angespornt auch bei der Fahrt so schnell wie möglich zu sein. Dagegen hätten wir prinzipiell ja nichts gehabt, wären da nicht ein paar Rahmenbedingungen gewesen:
- Der Stau in Kuala Lumpur: Selbst mit geringer Geschwindigkeit sind das schon komische Mannöver für einen Europäer, aber so …
- Das alte klapprige Auto
- Ein Taxifahrer der nichts zu verlieren hatte, zumindest wohl keinen Führerschein
Diese drei Punkte in Kombination haben es geschafft, dass diese Fahrt drei Fortbewegungsarten in einem beinhaltete:
1. Sehr zügiges Fahren
2. Fliegen bei fast allen Bodenwellen (ich glaube mein Kopf hat eine Beule im Dach hinterlassen)
3. Schwimmen in fast jeder Kurve
Nach der Fahrt waren wir zwar sehr rechtzeitig wieder am Flughafen, aber wir haben uns beide geschworen, dass nächste Mal bei sowas das Taxi zu wechseln (in diesem Fall hatten wir irgendwie keine Chance, außer in voller Fahrt abzuspringen).
Jetzt sitzen wir ein paar Stunden zu früh und ziemlich fertig wegen fehlendem Schlaf und anstrengendem Wetter am Flughafen und warten auf unseren Anschluss nach Auckland. Und die weiteren knapp 12 Stunden werden wohl mit viel Schlafen verbracht. Und während ich diesen Text geschrieben habe hat draußen das Wetter gewechselt. Es sind immer noch 33°C oder sowas – aber dazu 100% Luftfeuchtigkeit in Form von sehr vielen großen Tropfen.
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